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Vom Reisen, Spanisch sprechen und Schildkröten retten in Costa Rica Empfehlung

Die Ankunft am Flughafen war nicht ganz unkompliziert, nicht zuletzt, da dies meine erste große Reise in ein fremdes Land ist. Ich habe zunächst niemanden gefunden, der mich abholt, musste Dollar in Colones umtauschen (möglich im Obergeschoss des Flughafens), um ein öffentliches Münztelefon zu benutzen. Mein Anruf an die Organisation hier vor Ort ergab, dass bereits jemand am Flughafen auf mich wartet und wir uns nur verpasst hatten - aber zum Glück ist in den Unterlagen alles sehr gut beschrieben. Die Hitze, sobald man aus dem Flughafen kommt, ist überwältigend, vor allem nach der kühlen Temperatur im Flugzeug. Danach wurde ich auch schon direkt von der spanischen Sprache überwältigt.

Der Taxifahrer und das nette Mädchen, das mich abholte, haben beide versucht mit mir zu kommunizieren, ich habe allerdings nur Bahnhof verstanden und gehofft, das würde sich nach den vier Wochen Spanischkurs ändern. Gastmutter und Gastvater waren sehr nett, boten mir sofort Frühstück an und versuchten mit mir zu reden, sowie mir die ersten Brocken Spanisch beizubringen - da ich bereits donnerstags ankam, musste ich noch vier Tage warten, bis die Sprachschule begann. Später lernte ich die beiden Söhne der Gastfamilie kennen, die zu meinem Glück gut Englisch sprechen können und sogar Deutsch lernen, was die Kommunikation um einiges erleichtert.

Die zweite Woche: Jaco

Für die zweite Woche Sprachkurs habe ich die Variante in Jaco gebucht (was für 75$ auch noch hier vor Ort möglich ist, falls jemand in Deutschland nicht dazu gekommen ist). Es lohnt sich auf jeden Fall. Jaco ist ein kleines Städtchen direkt am Strand, nicht viel größer als Santa Barbara, aber dafür sehr viel touristischer. Wer auf Feiern aus ist wird hier seinen Spaß haben, den Bars und Clubs gibt es hier zu genüge. Vor allem als Mädchen braucht man hier nicht auf sein Geld achten, Dank der “Ladies Night”, die hier quasi jeden Abend stattfindet, trinkt Ihr umsonst. Nach 22 Uhr empfehle ich jedem ein Taxi zu nehmen, vor allem wenn ihr getrunken habt, egal, wie kurz der Weg zur Gastfamilie ist. Aber keine Angst, die meisten Ticos – so nennen sich die Costa-Ricaner – sind sehr freundlich und hilfsbereit.
Nach den ersten Wochen Sprachkurs habt ihr aber auch schon die Basics in Spanisch drauf, und wenn ihr euch in eurer Freizeit ein wenig hinsetzt und büffelt und natürlich mit eurer Gastfamilie redet, erzielt ihr schnell Fortschritte.

Die dritte Woche: Manuel Antonio

Falls ihr euch entscheidet nach Jaco zu gehen, bietet sich die Gelegenheit den Nationalpark “Manuel Antonio” zu besuchen. Natürlich ist dieser auch zu empfehlen, wenn ihr nicht in Jaco seid, aber von dort sind es nur knapp zwei Stunden mit dem Bus. Zuerst nehmt ihr den Bus nach Quepos, der von Puntarenas kommt, und von dort sind es nur noch gut 20 Minuten nach Manuel Antonio. Wenn ihr billiger schlafen wollt, könnt ihr ein Hostel in Quepos suchen und früh morgens den Bus nach Manuel Antonio nehmen. Der Nationalpark kostet 10$ Eintritt pro Person und bietet eine Menge an Flora und Fauna. Als ich dort war (April 2014) war leider der größte Teil des Parks geschlossen, nur der Weg zum Aussichtspunkt, was ca. ein bis zwei Stunden Fußweg beansprucht und die beiden paradiesischen Strände, mit kaum Wellengang – anders als für Costa Rica typisch – waren begehbar. Aber allein schon das war die 10$ wert. Zu bemerken ist vielleicht, dass es bei fast allen Touristenattraktionen verschiedene Preise für Touristen und Ticos gibt – die Touristen bezahlen natürlich einiges mehr als die Einheimischen, was jedoch nur fair ist. Hotels gibt es ebenfalls in Manuel Antonio zu Genüge, hier finden sich aber eher luxuriöse Hotels und Villas in traumhafter Lage, für entsprechenden Preis. Hostels gibt es auch ein paar wenige, für ca. 10$ im Mehrbett Schlafraum oder 15$ für ein privates Schlafzimmer. Ein Besuch im Nationalpark ist ein großartiges Erlebnis. Hier bekommt man mit ein bisschen Glück und Geduld die Gelegenheit viele verschiedene Tiere beobachten zu können. Von Vögeln, worunter es einige außergewöhnliche Exemplare gibt, die man sonst nirgendwo finden kann, über Affen und Faultiere bis hin zu verschiedenen Spinnen- oder Schlangenarten. Spinnen sind mir hier zwar nicht unter die Augen gekommen, Affen, Faultiere, äußerst schöne Vogel und eine Schlange aber schon. Die Affen hier können äußerst frech sein. Dadurch, dass täglich viele Touristen den Park besuchen, sind sie natürlich schon an Menschen gewöhnt und äußerst neugierig. So sollte man immer einen Blick auf seine Tasche oder Rucksack haben, denn daran vergreifen sie sich besonders gern. Passt man nicht auf, kann es passieren, dass ein Affe sich mit diversen Snacks, Portemonaie oder gar einem Handy davon macht. Ein ebenso unbeschreibliches Gefühl ist es, hier an einem der schönsten Strände Costa Ricas zu liegen, mit neugierigen Affen direkt in den Palmen.

Die vierte Woche: Santa Barbara

Bisher gibt es noch nichts zu beanstanden, alles läuft super. Der Transport wird sehr genau von der Organisation hier vor Ort beschrieben und ich bin immer dort angekommen, wo ich ankommen sollte. Jedoch ist zu bemerken, dass hier eine andere Zeitmessung als in Deutschland gilt, die sogenannte “Tico Zeit”, oder auch “tico time”. Zeit ist ja bekanntlich relativ und so pflegte mein Lehrer in Jaco zu sagen, ist 8:00 Uhr in Deutschland eher 7:55, in Costa Rica hingegen eher 8:15. Ich war bisher in drei verschiedenen Familien untergebracht. Alle waren sehr nett und ich war mit allen zufrieden, aber natürlich hat man auch seinen Favoriten – bei mir ist es die Familie in Santa Barbara, wo ich auch die meiste Zeit sein werde. Das Essen ist ebenfalls (fast) immer sehr gut, obwohl das was ihr bestimmt schon über Reis und Bohnen gehört habt, wahr ist. Diese gibt es quasi jeden Tag. Falls ihr aber mal keine Lust darauf habt, scheut euch nicht dies zu sagen, denn dann wird auch gerne mal etwas anderes, wie Pasta, Suppe, oder Ähnliches gekocht. Eines der Highlights war bei mir beispielsweise eine Lasagne, die es anlässlich des Geburtstags einer anderen Volontärin gab, die ebenfalls in derselben Familie untergebracht ist. Oder eine äußerst leckere Linsensuppe mit Hühnchen und allerlei Gemüse. Oft wurde ich auch gefragt, was ich denn gerne mal essen würde – es herrscht also doch eine gewisse Abwechslung bei den Mahlzeiten. Zum Frühstück gibt es immer Cornflakes, wie aus Deutschland gewohnt, und/oder Brot mit selbstgemachter Marmelade oder Honig. Zu jeder Mahlzeit gibt es je nach Wunsch frisch gepressten Fruchtsaft, Wasser aus der Leitung – ja das ist hier so gut wie überall trinkbar - oder Kaffee. Insgesamt bin ich vom Essen bisher positiv überrascht. Das Häuser hier sind hingegen ein wenig anders gebaut als gewohnt. So hat das Haus meiner Gastfamilie zwar ein Dach, das hauptsächlich aus Wellblech besteht, und alles schützt, im Inneren ist es jedoch nicht ausgebaut und alle Holzlatten und Mauern sind frei sichtbar. In meinem Zimmer und Bad hingegen sind Mauer und Dach nicht verschlossen, sodass Moskitos und andere Tiere nach Belieben kommen und gehen können. Aber auch das ist kein großes Problem, man gewöhnt sich schnell daran und hier in der Stadt gibt es ebenfalls nur sehr wenige Insekten. Einzig allein der Wind kann einem ab und an vom Schlafen abhalten. Das ganze Erscheinungsbild einer Kleinstadt wie St. Barbara unterscheidet sich von dem einer deutschen Kleinstadt. Die Straßen und Häuser sind hier in Blocks von je hundert Meter Seitenlänge angelegt. So werden die Adressen und Wegbeschreibungen nur in Metern und Himmelsrichtungen angegeben. Das erleichtert die Orientierung, falls man einen Ausgangspunkt hat. Das Stadtzentrum ist ein kleiner Park mit einer Schule und Kirche. Es gibt drei Fitnessstudios, drei Supermärkte und mindestens drei Pizzerien und Fast Food Buden. Ein kleines Schwimmbad hat die Stadt auch zu bieten. Die Bars habe ich nicht ausprobiert, aber es soll wohl die eine oder andere geben. Immerhin gibt es gute Busverbindungen zu den größeren Städten, wie Heredia, Alajuela oder San Jose.

Die fünfte Woche: Paradero Rescue Center

Als erstes Projekt habe ich mich für ein “Wildlife Rescue Center” in Limon entschieden. Es liegt nicht ganz in Limon, sondern in der benachbarten Hafenstadt “Moin”. Von San Jose fährt man mit dem Bus ca. drei Stunden nach Puerto Limon und von dort fährt alle drei Stunden ein Bus direkt vor den Eingang des Paradero Rescue Centers. Die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde.

Das Rescue Center liegt nur gut hundert Meter vom Strand entfernt im Dschungel. Man wird direkt von Tiergeräuschen empfangen: Affen, Faultiere, Papageien, Eichhörnchen, Nasenbären und manche mehr werden hier auf die Wildnis vorbereitet. Die Unterkunft erfolgt in Gruppenzimmern, von Zweibett- bis Achtbettzimmern ist alles vorhanden und man kann sich selbst aussuchen, in welches Zimmer man gerne möchte. Ich bin zusammen mit einer anderen Volontärin von der gleichen Organisation angekommen, sodass wir insgesamt sechs Volontäre sind – fünf davon Deutsche. Anders als bei der Unterkunft in einer Gastfamilie ist man hier nie allein, man hat immer die Möglichkeit sich mit mehr oder weniger Gleichaltrigen zu unterhalten oder etwas zu unternehmen. Der Mädchenanteil ist sehr viel größer ist, als der von Jungs – bisher bin ich der einzige.

Die sechste Woche: Paradero

In der zweiten Woche des Projekts bekamen wir reichlich Zuwachs. Insgesamt sind wir dreizehn Leute und bis auf einen Vater, der mit seiner Tochter hier ist, bin ich noch immer der einzige männliche Volontär. Gesprochen wird hier größtenteils Englisch, von den Koordinatoren, sowie unter den Volontären. Nur die “Crew”, bestehend aus vier bis fünf Leuten, spricht ausschließlich Spanisch. Offiziell gibt es nur einen Tag pro Woche frei, weniger als in den Unterlagen beschrieben. Wenn man aber nett fragt und genügend Voluntäre vor Ort sind, sind auch zwei Tage kein Problem. So verbrachte ich mein erstes Wochenende in Cahuita, einem kleinen Städtchen mit großem Nationalpark, nur knapp eine Stunde von Limon entfernt. Der Bus ist wie überall in Costa Rica relativ günstig, so kostet die Fahrt beispielsweise nur 1.200 C, was ca. 1,60 E entspricht. Cahuita bietet massig “Cabinas”, so werden hier kleine Privatzimmer genannt, für 20-30$ die Nacht, mit Platz für bis zu drei Personen. Auch gibt es Hotels, die etwa mehr zu bieten haben, dafür aber auch mehr kosten. Ebenso bieten die meisten Hostels und Cabinas eine Küche zur gemeinschaftlichen Nutzung an, so kann man sehr billig kochen und muss nicht für teures Geld in ein Restaurant gehen. Der Eintritt zum Nationalpark basiert auf Spendenbasis und reicht bis nach Puerto Viejo, auf dieser Seite kostet er allerdings 10$ Eintritt. Es wird eine große Auswahl an karibischen Pflanzen und Tieren geboten und wer eine geführte Tour bevorzugt muss hier nicht lange suchen, die Tourguides finden sich zu Häufe am Parkeingang. Ebenso wird ein sehr schöner Karibikstrand mit hellem Sand und wenig Wellengang geboten, vielleicht einer der schönsten Strände Costa Ricas.

Die siebte Woche: Paradero Wildlife Sanctuary

Um einen besseren Eindruck von der Arbeit hier im Wildlife Rescue Center zu vermitteln beschreibe ich den Tagesablauf ein bisschen genauer: Der Tag beginnt hier um sieben Uhr mit dem Frühstück, das meist ausgesprochen lecker ist: Ihr könnt euch auf Pfannkuchen, die gibt es am häufigsten, Spiegelei, gebratenes Brot mit Sirup oder a und zu auch Gallo Pinto, das Nationalgericht, ein Mix aus Reis und Bohnen, freuen. Zwischen 7:30 und 8:00 Uhr startet dann die “Daily Routine”, bestehend aus: Küche, Cleaning, Wasser und Babysitting. In der Küche wird das Essen für die Tiere zubereitet. Ihr werdet Früchte und Gemüse schneiden und für die jeweiligen Tiere portionieren und in die Käfige bringen. Cleaning bedeutet das Säubern der Gehege. Hierzu betretet ihr mit Besen und/oder Rechen und Schaufel bewaffnet die Käfige und macht sauber. Wasser erklärt sich fast von selbst. Ihr leert das alte Wasser aus und bringt den Tieren frisches. Beim Babysitting bekommt ihr eins der Tierbabys auf den Arm, meistes einen Affen oder ein Faultier, um das ihr euch einige Zeit kümmert. Sobald ihr mit eurer Aufgabe fertig seid und sonst keine Arbeit ansteht, habt ihr bis 12:00 Uhr Freizeit, denn dann gibt es Mittagessen. In eurer Freizeit könnt ihr euch mit den Tieren beschäftigen, an den Strand gehen oder im hauseigenen Pool schwimmen. Um 13:00 Uhr geht es dann mit dem zweiten Teil der Daily Routine weiter. Dieser besteht wieder aus Küche, Wasser und Babysitting. Jede Daily Routine nimmt etwa ein bis zwei Stunden Zeit in Anspruch. Nachmittags stehen meistens noch weitere Aufgaben an, wie beispielsweise das Anfertigen von Spielzeugen für die Tiere, das Fangen von Insekten, oder einfach nur das Ausfegen des Saloons.

Paradero

Die letzte Woche meines ersten Projekts ging nun nach vier Wochen zu Ende und ich bin wieder zurück in meiner Gastfamilie in Santa Barbara. Die Mitarbeiter des Paradero Rescue Centers, sowie auch die Tiere sind mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen, denn auch wenn ich nicht immer alles perfekt verstanden habe weiß ich, dass sie alle super nett sind.
Am letzten Tag hatten wir passend zu einem guten Abschied das beste Essen des kompletten Monats: Morgens gab es Pancakes mit Ahornsirup oder Zucker, mittags Reis und Bohnen mit Hambugerfleisch und abends das Highlight, eine richtige Lasagne mit Hackfleisch und allem drum und dran, die Zuhause nicht hätte besser sein können. Das Wetter in Moin hat sich die ganze Zeit gut gehalten (Monat Mai). Regen gab es nicht allzu oft und wenn, dann nur in der Nacht, was zumindest für mich sehr gut zum Einschlafen ist oder früh morgens bis kurz nach dem Frühstück. Zumindest musste ich nie im Regen arbeiten. Ansonsten ist das Klima sehr typisch: meist um die 25 bis 35 Grad, mit einer gewissen Luftfeuchtigkeit, wie man es von der Karibikküste gewohnt ist. Auch die Kultur unterscheidet sich von der Pazifikküste. Besucht man Limon, die nächstgrößere Stadt, von der Busse in alle Richtungen fahren, merkt man sofort, dass alles sehr von der „Rastafarikultur“ geprägt ist. Fährt man dann zu Orten wie Cahuita der Puerto Viejo wird es noch deutlicher. Ein leichter Duft von Marihuana liegt in der Luft und man wird nicht selten von Einheimischen angesprochen ob man nicht irgendwelche Drogen kaufen möchte, was man ganz einfach mit einem freundlichen „No, gracias“ abzulehnen braucht.

Das Projekt und Monteverde

Schon freitags wieder zurück in Santa Barbara angekommen, bin ich dieses Wochenende aufgrund des schlechten Wetters und um das Budget ein bisschen zu schonen, nicht auf Reise gegangen. Das Wetter hier ist ganz anders als an der karibischen Küste: Tagsüber, meist nachmittags, regnet es. Mal stärker, mal schwächer und abends kann man schon eine lange Hose und ein langes Shirt tragen. Am Dienstag, an dem mein Projekt eigentlich starten sollte, habe ich dann erfahren, dass dieser Projektstandort in Alajuela Anfang des Jahres geschlossen wurde. Da war das Amistat Institut diesmal wohl ein bisschen schlampig bei der Planung. Leider gibt es hier in der Umgebung keine anderen Projekte mit Tiere, sondern nur in Schulen mit Kindern und das liegt mit ehrlich gesagt leider nicht so wirklich. Mittlerweile hatte ich mich schon im Fitnessstudio für die nächsten vier Wochen angemeldet, so kam es auch nicht in Frage an einen anderen Standort zu wechseln. Das Studio liegt direkt gegenüber des Parks in Santa Barbara, im dritten Stock eines kleinen Einkaufcenters und kostet 18.000C für einen Monat oder 2.500C für einen Tag. Die Geräte sind deutlich älter als ich es aus meinem Studio in Deutschland gewohnt bin, aber funktionieren im Prinzip gleich und man kann genauso effektiv trainieren. Freitag bin ich los nach Monteverde, wie immer, wenn man von Santa Barbara aus reisen will mit derselben Prozedur: Mit dem Bus nach Heredia, von dort weiter nach San Jose und von dort ein Taxi zur jeweiligen Bushaltestelle. Nach San Jose braucht man ca. ein bis zwei Stunden, je nach Verkehr, also frühzeitig losfahren! Am besten kauft ihr das Busticket für eine längere Fahrt schon einen Tag vorher, denn sonst kann es im schlimmsten Fall sein, dass ihr die Fahrt über stehen müsst. Die Fahrt nach Monteverde dauert ca. fünf Stunden, und vor allem die letzten 30 km der Strecke ziehen sich, denn es ist eine ungeteerte, kurvige Straße in 1000 Metern Höhe. Die Ankunft ist ähnlich wie in Montezuma, auch hier wird man von den Hostelbesitzern am Busbahnhof empfangen, in der Hoffnung die Touristen in ihr Hostel locken zu können. Wir haben uns für das Savegre Inn entschieden, wo wir nach ein bisschen verhandeln ein Privatzimmer mit Bad und Frühstück für nur 16$ die Nacht bekommen konnten. Den Samstag hat es leider ab mittags zu stark geregnet, um etwas unternehmen zu können.
Für Sonntag war eine Canopy Tour des Anbieters „Adventura“ gebucht, was auch direkt im Hostel auszuschließendem ist. Die Konkurrenz ist stark, denn im kleinen Monteverde oder Santa Elena, gibt es ca. vier bis fünf verschiedene Anbieter solcher Touren. Beim Canopy fliegt ihr mit einem enormen Tempo, mit Sicherheitsgurten an Seilen befestigt, über Wald und Felder. Das Seil ist 1.500m lang, angeblich das längste in Lateinamerika.
Desweiteren beinhaltet die Tour noch zwei „Supermankabel“, an denen man die Arme und Beine frei bewegen kann und einen „Tarzansprung“. Bei letzterem springt man von einer Brücke und wird von den Seil abgefangen, an dem man wie Tarzan an einer Liane weiterschwingt. Das Ganze kostet 45$ und ist das Erlebnis auf jeden Fall wert. Wem so was nicht liegt, findet geführte Tag- und Nachttouren im Naturreservat, Pferdereittouren oder Fahrten mit dem ATV. Ebenso wird hier der - nach eigenen Angaben - höchste Bungeesprung in Zentralamerika angeboten. 143m hoch ist dieser. Monteverde ist auf jeden Fall einen Ausflug wert bei eurer Costa Rica Reise, falls ihr genug Zeit mitbringt und vom Strand mal genug habt.

Die zehnte Woche: Nicoya

Dieses Wochenende haben wir uns wieder auf den Weg zur Nicoya Halbinsel in Guanacaste gemacht. Diesmal mit Tambor als Ziel, in der Hoffnung auf ein nicht allzu touristisches Plätzchen zu treffen. Wieder führte der Weg nach San Jose, was von Santa Barbara aus ca. 800 bis 900C kostet und schon mal zwei Stunden dauern kann, plus die Taxigebühr zur richtigen Bushaltestellt für 1.500 bis 3000 C. Wir nahmen einen Direktbus nach Puntarenas, was ca. zweieinhalb Stunden dauerte. Von dort aus dann die Fähre, die nur 800C kostet und eine gute Stunde zur Halbinsel braucht. Man sollte die Fähre möglichst früh verlassen um noch einen (Sitz-)platz im anschließenden Bus Richtung Monteverde zu bekommen. Tambor liegt auf etwa halber Strecke. Dort angekommen fanden wir uns in einem beinahe menschenleeren Ort wieder, direkt am Strand gelegen. Cabinas bzw. Hostels haben wir nur ein einziges gefunden, indem wir den Preis von 30 auf 20$ handeln mussten. Der Strand Tambors ist nicht ganz so hübsch wie erhofft - es liegen sehr viel Holz und Steine herum, aber auch viele Muscheln lassen sich finden, darunter einiges sehr schöne. Das Meer mündet in eine kleine Bucht, wodurch kaum Wellengang herrscht.

Am nächsten Tag ging es auf Empfehlung des Hotelbesitzers weiter nach Santa Teresa. Dort merkt man, dass es um einiges touristischer zugeht und Surfen hier sehr angesagt ist.
Das merkt man auch gleich wieder an den Kosten: Was billigeres als 30$ die Nacht konnten wir beim besten Willen nicht finden, das meiste liegt sogar eher um die 40-50$. Wenn man gut und billig essen möchte empfiehlt sich das „Casado“, ein typisch costa-ricanisches Gericht, bestehend aus Reis, Bohnen mit Fisch oder Fleisch und Platano Maduro. Das sollte man in den meisten Restaurants für nicht mehr als 3.000C finden. Der Strand vor Ort ist nahezu paradiesisch: heller Sand mit tropischer Kulisse. Das Meer hingegen ist eher den Surfern gegönnt, mit starken Wellen, aber auch einer starken Strömung. Der Strand lädt zu einem Spaziergang ein, denn er ist sehr lang gezogen. Zur einen Seite befinden sich Felsriffe, zur anderen geht es weiter mit hellem Sandstrand. Und läuft man nur ein paar Minuten findet man schnell ein Plätzchen ganz für sich.

Die elfte Woche: Pazifikküste

Im Internet habe ich mich auf die Suche nach den schönsten Stränden in der Puntarenas Region begeben und wurde mit „Uvita“ und „Matapalo“ fündig. Die nächsten Ziele standen somit fest. Nach Uvita gibt es einen Bus direkt von San Jose aus, der zweimal täglich fährt.
Nach der gut fünfstündigen Fahrt kamen wir spät abends in Uvita an und wurden direkt von einer hell beleuchteten BCR (Banco de Costa Rica) und einem großen Supermarkt empfangen – so haben wir uns einen abgelegenen Geheimtipp nicht vorgestellt, auch wenn es nur der erste Eindruck war. Die erste Nacht verbrachten wir im nächsten Hotel im Doppelzimmer für 25$ die Nacht. Am nächsten Morgen wurden wir ein wenig enttäuscht – hier herrscht kein „Montezuma“ oder „Cahuita“ ähnlicher Flair: Kleine Städtchen, zwar touristisch, aber dafür ohne große Banken oder Firmen und Verkehr, dafür sehr gemütlich gehalten, mit einer Fülle an Übernachtungsmöglichkeiten. Ebenso mussten wir erfahren, dass der Strand gut dreißig Minuten Fußweg entfernt liegt, welche wir am nächsten Morgen auf uns nahmen. Der Strand ist in einem Nationalpark gelegen und kostet 6$ Eintritt. Dazu gibt es einen versteckten Eingang, durch den man kostenlos Zutritt erhalten kann. Der Sand ist mehr braun als weiß und das Gesamtbild hat unsere Enttäuschung vervollständigt: Für uns ist dies keineswegs einer der schönsten Strände. So machten wir uns auf nach Matapalo, unserem zweiten Ziel. Matapalo ist ebenfalls ein kleines, einheimisches Dorf, mit überteuerten Cabinas ab 40€ die Nacht. Der Strand hier hat schwarzen Sand und schlägt sehr hohe Wellen, ist aber dennoch ganz ansehbar. Am späten Nachmittag fuhren wir dann weiter zum nicht weit entfernten Manuel Antonio; hier wussten wir wenigstens, was uns erwartet: einer der schönsten Strände Costa Ricas! Es gibt ein Hostel am Strand für 15$ pro Person pro Nacht. In Manuel Antonio herrschen höhere Preise für Unterkunft und Verpflegung. Auch von hier fährt ein Direktbus nach San Jose, der nicht einmal drei Stunden braucht. Manuel Antonio ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Die zwölfte Woche: Poas

Ein Vulkan, sehr nahe an St. Barbara gelegen, heißt Poas. Der Weg dorthin ist recht einfach: Ihr müsst einen Bus nach Alajuela nehmen, der alle zwanzig Minuten fährt und dort dann das Busterminal finden, am besten, indem ihr Leute fragt. Von Dort gibt es einen Bus, der nur einmal täglich und zwar um 9:15 Uhr zum Nationalpark Poas fährt. Die Fahrt dauert nicht länger als eineinhalb Stunden. Der selbe Bus fährt um 14:30 wieder zurück nach Alajuela, auch dies ist die einzige Möglichkeit per Bus zurückzukommen. Man hat also gut drei Stunden für seinen Besuch Zeit und diese reichen auch allemal! Gegen 11 Uhr im Nationalpark angekommen und nach fünfzehnminütigem Lauf zum Krater hatten wir das Glück auf einen sonnigen und wolkenfreien Himmel zu haben. An anderen Tagen kann es schon vorkommen, dass man um diese Uhrzeit außer Wolken nichts sieht. Danach kann man noch die Lagune besuchen, zu der man nochmal ca. einen Kilometer laufen muss. Auch hier braucht man Glück mit dem Wetter. Bei Wolken sieht man rein gar nichts, andernfalls zeigt sich eine wunderschöne Lagune, umgeben von zahllosen Bäumen in einem Naturschutzgebiet. Man selbst steht an einem Aussichtspunkt am Rande des Kraters, in dem die Lagune gelegen ist. Somit bietet sich hier leider nicht die Möglichkeit in einem vulkanischen See zu schwimmen, wie im Cerro Chapo des Vulkans „Arenal“. Der Vulkan Poas bietet sich also hervorragend zu einem Tagesausflug von St. Barbara aus an. Die Kosten für Transport und Eintritt belaufen sich auf nicht mehr als 10.000 Colones (ca. 13€). Einen anderen Vulkan gibt es noch und der ist vielleicht sogar noch näher gelegen: „Barva“. Da ich diesen aber nicht besucht habe, kann ich nicht viel dazu sagen, doch in der Sprachschule, dem Amistat Institut, bekommt ihr alle Informationen, die ihr braucht.

Die dreizehnte Woche: Panama

Meine ersten neunzig Tage in Costa Rica laufen dem Ende hinzu und ich muss das Land für 72 Stunden bzw. drei Tage verlassen. Meine Wahl für den „Auslandsaufenthalt“ fiel nicht auf Nicaragua, sondern auf Panama, genauer gesagt „Bocas del Toro“. Über diese nahe der Grenze gelegene Inselgruppe wurde mir schon einiges von anderen Reisenden berichtet. Nach Panama gibt es mehrere Wege, günstigere und teurere. Der teuerste ist wohl der mit dem Flugzeug, der gleichzeitig aber auch der schnellste und gemütlichste ist. Die Kosten hierfür belaufen sich auf ca. 200 $ +/-. Ein anderer ist der, mit einem Shuttle-Bus von San Jose nach Almirante, was um die 70-90$ kostet. Der günstigste ist wohl der mit öffentlichen Verkehrsmitteln, der aber auch einiges an Umsteigen mit sich bringt. Die Kosten hierfür belaufen sich auf ca. 40-50$ für den einfachen Weg. Die Fahrt nach Almirante inklusive dem Grenzübergang dauert ca. acht Stunden. Die Kosten für die Grenzüberschreitung belaufen sich auf costa-ricanischer Seite auf 7$. In Panama kommen nochmals 3$ Einreisegebühr hinzu. Das Taxiboot von Almirante nach Bocas del Toro kostet derzeit 6$. In Bocas angekommen bemerkt man sofort die Überfülle an Hotels und Hostels, hier eines zu finden gestaltet sich sehr einfach. Allerdings sind diese nicht ganz so billig, wie aus Costa Rica gewohnt. Das günstigste fängt bei 25$ pro Raum an, nach oben hin gibt es keine Grenze. Die sehr schönen Hotels, direkt am bzw. über dem Wasser gebaut, sind natürlich etwas kostspieliger als die im Stadtzentrum. Der Gesamteindruck Bocas hebt sich deutlich von Costa Rica ab: Die Leute sehen anders aus, sprechen anders undes wird mit Dollar gezahlt. Nur Münzen gibt es auch als einheimische „Balboa“, die dem Dollar aber 1:1 angeglichen sind. Preislich ist alles sehr auf Costa Rica Niveau, nur eben in Dollar übersetzt. Das fiel mir sofort auf, denn mir wurde immer wieder erzählt, dass Panama eigentlich um einiges günstiger als Costa Rica sein solle, aber das liegt wahrscheinlich am touristischen Bocas del Toro.

Leider war mir das Wetter nicht gegönnt und so regnete es beinahe fünf Tage durch. Wer einen äußerst ruhigen Ort ohne Autolärm oder dergleichen sucht, empfiehlt sich die Insel „Bastimentos“. Hier wird man per Taxiboot in einem kleinen Dorf abgesetzt, in dem es weniger Hotels als sogenannte Gästehäuser gibt, die im Prinzip das gleiche, nur in kleinerem, rustikalerem Stil bieten. Auch Touren werden zuhauf angeboten. Da gibt es die Delfintour, den Ausflug nach Zapatillas, dem angeblich schönstem Strand hier, den Red Frog Beach, sowie eine Tour in eine Tropfsteinhöhle, um die populärsten zu nennen. Solch eine Tour ist vor allem bei gutem Wetter zu empfehlen, denn ohne Tourguide bzw. Taxiboot kommt man auf der Inselgruppe nicht weit. Auf Bastimentos läuft man ca. dreißig Minuten zum Strand, durch einen äußerst schlammigen und rutschigen Weg, den man nur Barfuß oder mit Gummistiefeln (aber wer hat die schon dabei) meistert.

Die vierzehnte Woche

Diese Woche sollte normalerweise mein zweites bzw. eigentlich drittes Projekt starten – eines mit Schildkröten. Diesmal musste ich (leider) wieder die Tico-Time zu spüren bekommen. Letze Woche Freitag noch alles mit der Schule abgeklärt, wurde ich Montag morgens angerufen, fünfzehn Minuten, bevor ich mich auf den Weg zum Projekt machen wollte, mit der Nachricht Dienstag würde besser passen, da das Schildkrötenprojekt noch keine Rückmeldung erstattet hat und somit vielleicht noch nicht auf mich vorbereitet ist. So bin ich dann Dienstagmorgen mit all meinen Sachen zur Schule gefahren, um dann dort zu erfahren, dass es noch keine Rückmeldung gab und wir im Laufe der Woche, Donnerstag oder Freitag, nochmal telefonieren würden. Zum Glück hatte ich für den geplanten Aufenthalt von zwei Wochen nur meinen kleinen Tagesrucksack und eine Plastiktüte gepackt. Meinen großen Reiserucksack habe ich glücklicherweise bei meiner Gastfamilie lassen können, zu der ich ja später wieder zurückkehren werde. Andernfalls bietet das Amistat Institut aber auch an seine Sachen dort zu verwahren, falls man nicht alles mitschleppen möchte. So bin ich nach einem einstündigen Trip nach Bario Jesus wieder bei meiner Gastfamilie eingetroffen. Donnerstag kam dann der Anruf, mit der Bestätigung des Projektbeginns für den Anfang der nächsten Woche.

Die fünfzehnte Woche: Camaronal

Nachdem mein Reisebeginn um einen Tag verschoben wurde, konnte ich Dienstag, den 8.7.14 starten. Die Fahrt zum Projekt wurde wie immer bezahlt und ein Mitarbeiter der Schule fuhr mich zur Bushaltestelle in San Jose. Das Projekt befindet sich in Camaronal, wozu man den Bus der Firma „Alfaro“ in Richtung Samara, einem äußerst beliebten Touristenort, nimmt.
Camaronal befindet sich südwestlich an der Küste der Region Guanacaste.

Die Fahrt dauert gute fünf bis sechs Stunden, mit nur einer fünfzehnminütigen Pause.
Auf einem Informationszettel, den man ebenfalls von der Schule erhält, steht nochmals alles beschrieben, vom Weg bis zu Projektdetails. Ebenso steht beschrieben, dass ich an der Endstation in Estrada von einem Ranger des Projekts mit dem Auto abgeholt werden sollte. Dies war aber leider nicht der Fall, da hat die Schule wohl veraltete Informationen. Auch unter der angegebenen Nummer ließ sich niemand erreichen. So musste ich in einem kleinen Restaurant nachfragen, ob sie etwas über ein Schildkrötenprojekt in Camaronal wissen. Glücklicherweise kannten sie das Projekt, und so wurde mir ein Taxi gerufen, das mich für stolze 15.000 Colones in einer dreißigminütigen, äußerst holprigen Fahrt nach Camaronal brachte. Dort wusste man immerhin bereits über meine Ankunft Bescheid und hat mich recht freundlich empfangen. Abendessen wurde mir nach einer kurzen Einführung in das Voluntärshaus und die sanitären Einrichtungen sofort angeboten. Und es war überraschend gut. Für den Rest des Abends war ich zur Erholung freigestellt, während die anderen auf nächtliche Patrouille gingen. Die Unterkunft ist ein kleines Holzhäuschen mit sechs Hochbetten, also zwölf Betten und viel frischer Luft, denn Fensterscheiben gibt es keine. Es wirkt alles sehr rustikal, dennoch nicht unbehaglich. Das Badezimmer hingegen schon: Zwei kleine Räume, einer für Männer, einer für Frauen, jeweils mit einer Toilette und einer Dusche, die nicht sonderlich sauber sind. Ein gemeinsames Waschbecken befindet sich außerhalb.

Die sechzehnte Woche: Camaronal

Zwei Wochen bin ich nun bereits in Camaronal und planmäßig sollte es das auch gewesen sein, allerdings habe ich das Projekt um eine Woche verlängern können. Das ging wie auch schon bei meinem letzten Projekt problemlos über die Schule.

Der Tag hier beginnt um 8:00 Uhr morgens mit dem Frühstück. Hierfür gibt es eine Köchin, die zwischen 8:00 und 9:00 Frühstück zubereitet. Wer zu spät kommt hat Pech gehabt und bekommt nichts mehr. Das Frühstück an sich ist immer ganz lecker, auch wenn es zu oft aus Gallopinto, Reis und Bohnen, besteht. Teilweise gibt es noch Eier oder Zwiebeln dazu, was schon ziemlich deftig ist für die erste Mahlzeit des Tages. Ansonsten gibt es öfter mal Cornflakes, Toastbrot oder seltener auch Pfannkuchen. Danach geht es weiter mit Arbeit. Diese beginnt zwischen 9 und 10 Uhr und dauert ca. zwei Stunden. Die Arbeit hier kann aus allem Möglichen bestehen. Morgens um diese Zeit werden meist Küche, Waschräume, die Terrasse und die Esstische geputzt, sowie manchmal das Haus der Rangers. Mit Besen und Schippe, sowie einem Lappen und Wasser geht das auch ganz schnell und dauert meist nicht länger als eine Stunde. Falls dann noch was ansteht wird das erledigt. Oftmals helfen ein bis zwei Personen der Köchin aus. Um 12 Uhr gibt es dann das Mittagessen, das sehr lecker von der Köchin zubereitet wird. Im Gegensatz zu Paradero gibt es hier so gut wie täglich Fleisch, ab und zu sogar zweimal am Tag. Natürlich fehlen auch der Reis und die Bohnen nicht, die gibt es fast täglich. Nach dem Mittagessen haben wir frei. Hier bietet es sich an zum Strand zu gehen. Zwar wird viel Treibholz angeschwemmt, dennoch ist es sehr schön. Die Sonne scheint so gut wie jeden Tag, das selbst in der Regenzeit. Zwischen 25 und 35° C heiß wird es hier. Das Meer schlägt sehr hohe Wellen mit gefährlicher Strömung, bietet aber in Zeiten der Ebbe gute Gelegenheit zum Schwimmen. Um 16 Uhr geht es dann mit dem zweiten Teil der Arbeit weiter. Hier werden verschiedene Sachen erledigt, wie beispielsweise das Anlegen und Erneuern kleiner Trampelpfade, Rasenmähen, Strandsäuberung, sonstige Instandhaltungen oder Verschönerungen des Geländes. Abendessen gibt es dann um 18 Uhr. Um diese Zeit ist die Köchin allerdings schon zu Hause, denn gegen 14 oder 15 Uhr endet Ihre Schicht. Das Abendessen wird vorbereitet, erwärmen und servieren müssen es allerdings die Volontäre.
Von den Mahlzeiten wurde ich hier jedenfalls nicht enttäuscht!

Die siebzehnte Woche: Camaronal

Meine zweite Woche im Projekt ging zu Ende und eigentlich sollte ich nun in ein anderes Projekt, ebenfalls ein Wildtierprojekt an der Pazifikküste, wechseln. Da es mir in Camaronal allerdings so sehr gefallen hat, bat ich die Schule meinen Aufenthalt hier vorerst um eine Woche zu verlängern. Das ging von beiden Seiten aus problemlos. Die eigentliche Arbeit bzw. der Grund warum wir überhaupt hier sind, findet hauptsächlich nachts statt: die Schildkröten.
Jeden Tag zwischen 20:00 und 24:00 Uhr gehen wir auf Nachtpatrouille. Die Zeit unterscheidet sich und richtet sich nach Ebbe und Flut, die hier ca. alle sechs Stunden wechseln. Die Patrouille dauert drei bis vier Stunden und wir laufen mindestens einmal den kompletten Strand ab. Hierbei achten wir auf kommende und gehende Schildkröten, sowie die Flossenabdrücke von bereits gegangenen Schildkröten. Die Schildkröten kommen in der Regel sobald die Dämmerung einsetzt, aber eher später in der Nacht. Pro Nacht kommen durchschnittlich zwischen dreißig und sechzig Schildkröten an den drei Kilometer langen Strand, natürlich können es je nach Wetter, Strömung und Laune auch deutlich mehr oder weniger sein. Die Meeresschildkröten, die wir hier hauptsächlich antreffen, ist die Schildkröte „Lora“. Die Länge einer solchen Schildkröte beträgt ca. 60 bis 70 cm, die Breite ca. 30 bis 40 cm bei einem Gewicht von 30 bis 40 Kilo. Als ich das erste Mal eine solche Schildkröte gesehen habe, war ich sehr erstaunt über die Größe. Sie suchen ihren Weg zum Strand, um dort ihre Eier zu legen. Hierzu kriecht sie den Strand hoch bis sie einen geeigneten Platz zum Eierlegen gefunden hat, wofür sie sich auch gerne mal Zeit lässt. Dies kann von zehn Minuten bis zu einer Stunde dauern. Wichtig ist hierbei, dass wir komplett ohne Licht laufen, oder mit nur einem schwachen Rotlicht, denn dieses ist weniger grell.

Würden wir mit zu grellem Licht laufen, störe das die empfindlichen Schildkröten und sie würden wahrscheinlich gar nicht erst an den Strand kommen. Sehen wir eine Schildkröte, wie sie gerade ihre Eier legt oder auf dem Weg dahin ist, warten wir bis diese damit anfängt und sammeln die Eier ein. Die Schildkröte gräbt hierzu ein ca. 40cm tiefes Loch, aus dem wir die Eier quasi unter ihrem Hintern rausholen. Sie bekommt hiervon nicht viel mit, denn sobald sie anfängt Eier zu legen, fällt sie in eine Art Trance und bekommt von der Umwelt nicht mehr viel mit. Die gesammelten Eier bringen wir dann in die „Hatchery“, eine Art Voliere, ebenfalls am Strand gebaut, die Schutz vor Sonne, Tieren und Dieben bietet. 

Hier vergraben wir die Eier wieder in ebenfalls ca. 40cm Tiefe, wo sie dann nach fünfundvierzig Tagen anfangen zu schlüpfen. Die Nachtpatrouille macht mir viel Spaß, vor allem bei gutem Wetter. Es ist sehr erstaunlich die Tiere in Ihrer gewohnten Umgebung zu beobachten und mit ihnen zu arbeiten. Vor allem in einer klaren Nacht kann man hier sehr viele Sterne beobachten, ganz anders als in Deutschland. Die Milchstraße sieht man ebenso. Und schaut man nur mal eine Zeit lang in den Himmel findet man nach spätestens fünf Minuten eine Sternschnuppe, wenn nicht sogar mehr. Es ist traumhaft einfach nachts am Strand zu liegen und die Sterne zu beobachten, ein Sternbild bekommt man in Deutschland nicht geboten. Auch auf spannende Tiere kann man hier am Strand treffen. So haben wir viele Waschbären gesehen, die auf die Schildkröten lauern, um deren Eier zu fressen, was wir zu verhindern versuchen. Auch Spuren eines Krokodils sowie eines Pumas haben wir gefunden, leider nicht die dazugehörigen Tiere – vielleicht war es aber auch besser so. Leider trifft man aber nicht nur auf Tiere, sondern auch auf Menschen, die die Schildkröteneier klauen. Wie mir erzählt wurde, verkaufen diese die Eier für nur ca. 1$ pro zehn Eier. Hierzu gehen die Ranger auf Patrouille, um eben diese Räuber ausfindig zu machen und sie der Polizei auszuliefern. Gefährlich für uns sind die Räuber allerdings nicht. Sehen sie uns am Strand patrouillieren verstecken sie sich im Dickicht und warten, bis sie wieder freie Bahn haben.

Woche 18 bis 21: Camaronal bis Samara

Bevor meine dritte Woche enden sollte, kontaktierte ich wieder einmal die Schule um meinen Aufenthalt nochmals zu verlängern. Diesmal aber bis fast zum Ende meines Costa Rica Aufenthalts auf insgesamt sechseinhalb Wochen im Projekt. Mein letztes Wochenende wollte ich dann noch bei meiner Gastfamilie in St. Barbara verbringen. Camaronal bietet nicht viele Möglichkeiten zum Ausgehen. Am besten bietet sich hierzu der beliebte Touristenort „Samara“ an, der ca. 45 Minuten Taxifahrt für 20.000 Colones entfernt liegt. Es ist der nächst beste Ort um sein freies Wochenende außerhalb des Projekts zu verbringen, auch wenn ich in meinen ganzen knapp sieben Wochen nur einmal dort war.

Es ist ein recht kleines Örtchen, bestehend aus nur wenigen Straßen mit vielen Hostels und Restaurants und Bars. Hier findet man außerdem viele Italiener und Deutsche. Vom Flair ist es ein bisschen wie Montezuma oder Cahuita. Der Strand hier ist sehr schön und sehr flach, mit geringer Strömung und kaum Wellengang sehr gut zum Schwimmen geeignet.
Einige Bars mit direkter Lage am Strand lassen sich auch finden. Auch eine Sprachschule gibt es hier, in der man sich einschreiben kann, falls man noch Zeit übrig hat und sein Spanisch noch mehr verbessern möchte. Die Sprachschule soll sehr streng sein, wie mir erzählt wurde, so fliegt man raus, sollte man beim Deutsch oder Englisch sprechen erwischt werden. Sehr gute Voraussetzungen zum Spanisch lernen. Leckere Restaurants, wie zum Beispiel das italienische „Gusto“ lassen sich leicht finden. Alles in allem ist Samara schon eine Stadt auf die man bei einem Projektaufenthalt in Camaronal sicherlich treffen wird. Beinahe alle Freiwilligen haben hier ihre Wochenenden verbracht, denn um ähnliche Städte zu finden muss man mindestens die doppelte Wegstrecke zurücklegen und ob man in ein schöneres Örtchen kommt ist fraglich. Insgesamt hat mir der Aufenthalt in Camaronal sehr gut gefallen und ich kann es nur jedem weiter empfehlen. Es kann zwar sein, dass ab und an mal Langeweile auftreten mag, aber dies ist natürlich sehr personenabhängig. Wer einen ruhigen Ort abseits des Massentourismus sucht, ist hier sehr gut aufgehoben.

Abschließend

Insgesamt war mein fünfmonatiger Costa Rica ein außergewöhnliches, unbeschreibliches und unvergessliches Erlebnis, an das ich wohl noch sehr lange zurückdenken werde. Das Leben dort ist ein ganz anderes, als ich es bisher aus Deutschland kannte. Die Leute dort sind ärmer, aber auch glücklich(er). Es gelten andere Werte.

Das mag nicht jedem liegen, doch wer auf den westeuropäischen Luxus verzichten kann und eine einfachere Lebensweise ausprobieren möchte, findet in Costa Rica sicherlich eine Menge Spaß und Erfahrung. Auf einem solchen Trip trifft man viele Leute, findet neue Bekanntschaften und kann Kontakte für Studien- oder Arbeitsmöglichkeiten finden. Nebenbei lernt man eine fremde Sprache unter den besten Voraussetzungen: von den Einheimischen im Land. Ich bin mit wenigen bis keinen Erwartungen an die Sache ran gegangen und wurde äußerst positiv überrascht. Letztendlich sind die fünf Monate wie im Flug vergangen und hätten ruhig noch ein wenig länger anhalten können. Wenn sich mir noch einmal die Möglichkeit zu solch einer Reise bietet, werde ich sie auf jeden Fall wieder wahrnehmen, wenn auch diesmal in einem anderen Land, denn auf unserer Erde gibt es noch so einiges zu entdecken.